Talfahrt im Anzeigenverkauf der Fachpresse gestoppt? (01/2010)
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Talfahrt im Anzeigenverkauf der Fachpresse gestoppt? (01/2010)

Gefürchtet und doch mit Spannung erwartet: die Werbeträgerstatistik der Fachpresse für das Jahr 2009 liegt vor. Basis der Auswertung bilden die Inserate aus 430 Fach­zeitschriften in 54 Branchen.

Ist die Talfahrt gestoppt und damit die Talsohle erreicht? Nur jedes neunte Segment weist einen positiven Saldo aus. Aber der Rückgang fällt gegenüber den Zahlen aus dem Oktober moderater aus als erwartet. Insgesamt fehlen – bei einem Umsatzrückgang von 24,3 % gegenüber dem Vorjahr – fast 186 Millionen Euro in den Kassen der Fachverlage. In 2009 wurden fast 25.000 Seiten weniger verkauft. Das Brutto-Umsatzvolumen sinkt auf 578 Millionen Euro.

Einen Brutto-Umsatzverlust von über 35 Prozent weisen folgende Segmente aus: Automobiltechnik (-45,1%), Industrie allgemein  (-41,4%), Metallbearbeitung (-39,9%) und Blechverarbeitung (-37,6%).

Prognosen für das neue Jahr fallen selbst Experten schwer. Schenkt man den ersten, zaghaften Meldungen der Medien im neuen Jahr Gehör, wird 2010 ein „harter Brocken“. Dennoch überwiegen Hoffnung und Zuversicht. Einen ersten Trend wird vermutlich die Hannover-Messe für die Industrie setzten. Die alle drei Jahre stattfindende bauma in München, die fast zeitgleich im April stattfindet, kann als weiterer Indikator für die Entwicklung gelten. Der Trend der Verlage, neue Titel in Nischenthemen zu etablieren, wird sich weiter fortsetzen.

Die Verlage müssen sich zusätzlich mit den technischen Innovationen der CES in Sachen E-Publishing auseinandersetzen. Diese verlangen mehrwertorientierte und intelligente Geschäftsmodelle, die dann auch vom Markt angenommen werden. Dabei darf die Fachpresse das Monopol für hochwertige Inhalte und Services nicht verlieren.